Mein Leben mit MS

Aller Anfang ist schwer...

Tja, obwohl ich meine eigene Geschichte eigentlich kennen sollte, ist es recht schwer alle Gefühle und das Erlebte in passende und vor allem verständliche Worte zu fassen. Ich weiß ja, was ich sagen will, ob das dann auch so verstanden wird ist wieder eine andere Geschichte. Ich habe lange überlegt wo ich nun eigentlich beginnen will, zu erzählen. Die logische Schlussfolgerung war: am Anfang natürlich! Selbstverständlich nicht alles in einem einzigen Beitrag, sonst wäre der Blog schneller am Ende, als mir lieb ist... Aber einen kleinen Teil zumindest.

Begonnen hatte alles Anfang Juni 2014 mit einem tauben Gefühl in den Fußsohlen. Es war in meinem ersten Altenwohnheim Praktikum und ich hab mir ehrlich gesagt nicht viel dabei gedacht. Ich habe mir eingeredet, ich sei es einfach nicht gewohnt, 12 Stunden am Stück, mehrere Tage hintereinander auf den Füßen zu sein. Irgendwann dehnte sich das taube Gefühl dann aus und wanderte bis zu den Waden. Spätestens da war der Zeitpunkt erreicht, wo ich mir sogar als Krankenschwesternschülerin ernsthafte Sorgen zu machen begann. Mein erster Weg ging zu meinem Hausarzt, der mich auch sofort zu einem Neurologen überwies. Im Nachhinein kam ich dahinter, dass er bereits einen Verdacht hatte, mir diesen aber verschwieg. Auf den Termin beim Neurologen wartete ich über eine Woche, da dieser im Moment auf Urlaub war. Während ich wartete begann ich mi einfach einzureden, es könne ja nicht so schlimm sein. Als der Neurologe mich dann endlich untersuchte, schwieg auch er mich an, vereinbarte mir lediglich einen Termin auf der Neurologischen Station des nächstgelegenen Krankenhauses, auf den ich auch wieder 3 Wochen warten musste. Ich versuchte mir einfach weiterhin stur einzureden, dass alles ja nicht so schlimm sein konnte, wenn man sich schon so lange Zeit lies. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Vorlesung zum Thema Neurologie gehabt, weswegen mir die mögliche Diagnose Encephalomyelitis disseminata (medizinisches Fachchinesisch für Multiple Sklerose) absolut nichts sagte. Normalerweise schlage ich Diagnosen zwar nach, aber irgendwie weigerte sich in mir etwas. Mein Unterbewusstsein wusste vielleicht schon was los war.... So genau kann ich das heute nicht mehr Beurteilen. Der erste der wirklich die mögliche Diagnose Multiple Sklerose in den Raum warf, war mein damaliger Stationsleiter. Ich habe ihn nicht wirklich für voll genommen. MS? Ich? Sicher nicht, immerhin wird das ja vererbt. Heute bin ich da wohl schlauer, MS kann jeden treffen und ist NICHT vererbbar. Bis heute habe ich ihm nicht gesagt, dass er mit seinem Verdacht goldrichtig gelegen hatte. Ich konnte es nicht, warum auch immer... Bis zum Zeitpunkt meines Krankenhaus Termins Mitte Juli 2014 gingen die Gefühlsstörungen schon bis zum Becken. Ich sollte stationär aufgenommen werden, aber nicht mehr am gleichen Tag. Vielleicht am nächsten oder in eine Woche. Ich wurde nun RICHTIG sauer und habe gesagt ich setze keinen Fuß mehr vor die Tür bis ich nicht endlich mal weiß was Sache ist und das ich langsam wirklich die Schnauze voll habe. Und Tatsächlich.... Eine halbe Stunde später war ich aufgenommen. Manchmal erreicht man mit Höflichkeit in dieser Welt einfach nichts und bei Ärzten leider oft schon mal gar nicht. Wie das ganze Theater weiterging (und Theater ist hier wirklich wörtlich zu nehmen, denn das war es...), wird Teil meines nächsten Eintrages werden.

Ich hoffe ich konnte das Wirrwar der Gefühle einigermaßen entwirren und verständlich machen. Man liest sich beim nächsten Eintrag.

Eure V.

1 Kommentar 23.6.15 12:54, kommentieren